Lagerbank

3. März 2018 at 20:34

In diesem Blogbeitrag geht es um das Fertigen einer einfachen Bank, welche auch gut ins Mittelalter Lager passt.

Die Saison kommt schneller als man denkt. Letztes Jahr habe ich mir fest vorgenommen, auf die kommende Saison neue Lagerbänke zu fertigen. Die bisherigen sind schon gefühlte 10 Jahre alt und in der Zwischenzeit stark in Mitleidenschaft gezogen worden.

Schon damals habe ich die Bänke so konstruiert, dass sie sich ohne Werkzeug einfach zusammenstecken lassen. Allerdings benutzte ich Profile und die haben beim Laden immer gestört.

Die neue Konstruktion sollte zum einen aus massiven Dielen sein und zum anderen auch ganz ohne Profile auskommen. Im örtlichen Sägewerk besorgte ich mir das Holz. Für eine Bank benötigt man:

  • Einen Diel aus Fichte in den Abmessungen 40mm x 270mm, 3.000mm lang, allseits gehobelt
  • Ein Glattkantbrett aus Fichte in den Abmessungen 19mm x 190mm, 2.000mm lang


Als erstes habe ich den Diel an der einen Seite mit einer Neigung von 7° abgesägt und mit der Oberfräse (Zinkenfräser 14°) ein Schwalbenschwanzprofil eingefräst. Der Fräser wurde mit einer Tiefe von 15mm und der Anschlag auf 10mm eingestellt.

Im Detail sieht man, wie die Fräse an der Schnittkante um eben die 7° geneigt entlang geführt wurde.

Danach habe ich den Diel in einem Abstand von 450mm zur Fräskante (auch mit 7° Neigung) abgesägt. Hierbei sollte man Vorsicht walten lassen, damit das abgesägte Bein von der Seite gesehen ein Parallelogramm und kein Trapez bildet!

Dasselbe benötigen wir nun ein zweites Mal: fräsen und wieder mit 450mm Abstand absägen.
Übrig bleibt ein etwas über 2m langer Diel, der jetzt auf die fertige Sitzfläche von 2.000mm gekürzt wird (mit oder ohne Neigung, je nach Belieben).
Ausgehend von der Mitte der Sitzfläche wird auf der Unterseite jeweils im Abstand von 762,5mm und 740mm angezeichnet und zwischen beiden Linien mit dem Schwalbenschwanz ausgefräst (ein wenig Spiel ist notwendig, damit es sich leicht zerlegen lässt). Der Anschlag meiner Oberfräse hat leider nicht ausgereicht, und so habe ich im Abstand von 55mm zu den jeweiligen Linien mit Schraubzwingen eine Anschlagsleiste befestigt. Die Nut wird danach mit Sandpapier etwas versäubert. Ein erster Test zeigt: es passt;)

Das ganze ist allerdings noch sehr wackelig, daher wird ein Stabilisationsbrett eingefügt. Dazu das Glattkantbrett ausgehend von der Mitte unten im Abstand von 750mm/790mm und oben im Abstand von 730mm/770mm markieren und die jeweiligen Linien verbinden (nicht verwirren lassen – ich habe spiegelverkehrt gearbeitet). 100mm bleiben stehen, der Rest wird ausgesägt.

Ausgehend von der oberen Außenkante der Aussparung habe ich noch 150mm stehen lassen und den Rest abgesägt (aus optischen Gründen, damit das Stabilisationsbrett nicht bis an den Rand der Sitzfläche geht).
An der Oberseite der Beine (zu erkennen am Schwalbenschwanz) wird mittig eine 20mm breite und 100mm tiefe Aussparung angebracht (auch gerne mit etwas Spiel).

Die folgenden Bilder zeigen die vier fertigen Einzelteile und wie sie Stück für Stück zusammengesetzt werden.

Als Finish werden die Teile noch abgeschliffen und mit Leinölfirnis eingelassen – das mache ich aber, wenn es etwas wärmer ist.
Ich hoffe, der Beitrag ist für euch nützlich. Gerne dürft ihr einen Kommentar hinterlassen.
Wie immer bei mir gilt: ‚A‘ steht für Ambiente.